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Highlights vom ShortFriday und von Pitch me! und Eject in der Volksbühne

Flash ist Pflicht!

Doku interfilm Table Quiz 2012

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Festival-Eröffnung 13.11. Volksbühne Berlin

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KUKI-Festivaleröffnung vom Sonntag

Die Eröffnung des 5. KUKI Kurzfilmfestivals für Kinder und Jugendliche am vergangenen Sonntag im Filmtheater am Friedrichshain war ein wunderbares Fest des Kinos, des Tanzes und der Kinder und der Jugend. Unsere Reporter vom SAE Institute Berlin waren dabei:

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Vorbereitungen interfilm Festival / interfilm Büro

9. Nov. 2012 - Studenten des SAE Institute Berlin besuchten kurz vor dem Festival unser Büro in Kreuzberg und schauten sich um. Hier der erste Bericht in voll auf cool Retro klassisch schwarz/weiß:

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Bruno di Lecce: Ein Italiener rekonstruiert den Palast der Republik

Untersuchung des Abwesenden

von Bruno di Lecce, Deutschland 2010, 8:00 min

Untersuchung des Abwesenden läuft im Programm Berlin Beats.

 

Bruno, stelle dich bitte vor.

Ich bin Bruno Di Lecce, ich komme aus Italien, habe Architektur in Rom studiert und bin seit Januar 2008 in Berlin. Meine Arbeit untersucht die Grenzen der Disziplinen Architektur, Film und Malerei.

Mir gefällt das Medium Film, weil es der Reise sehr ähnlich ist. Im Kino sitzend kann man, zusammen mit seinen Emotionen, überall hinreisen. Ein Film hat keinen Ort, er ist immateriell jedoch kann man in ihm "leben". Mit denselben Emotionen lebt man Architektur.

Der Palast der Republik war das zentralste öffentliche Gebäude der DDR, ein Haus des Volkes. Was inspirierte dich, ihn wieder "begehbar" zu machen?

Ich hatte den Palast der Republik noch nie gesehen, ich konnte nur seinen Abriss auf dem Marx-Engels-Platz beobachten. Ich denke, dass vor allem seine Dimension, seine Größe und Monumentalität seine Bedeutung ausmachten. Dieses Architektur-Objekt, das nun in Trümmern lag, faszinierte und strahlte immer noch eine aktive symbolische Kraft aus. Es kam mir vor, als ob diese Ruine immer noch zwischen Materie und Bedeutung stand.

Die Idee ein 3D Modell zu bauen kam später. Mich interessiert der Prozess mit dem die Erinnerung die Geschichte rekonstruiert. Deshalb fand ich es interessant eine Computer-Software zu benutzen, die heutzutage überall benutzt wird um Architektur Produkte zu verkaufen und eine Präsenz zu rekonstruieren.

Du hast das Gebäude sehr authentisch simuliert. Auf welche Vorlagen konntest Du zugreifen?

Der erste Teil der Arbeit bestand aus Recherchen in der Bibliothek. In Büchern und Videodokumentation haben wir viel Material gefunden, um die Räume und das Leben des Palastes zu rekonstruieren.

Kingdom-Regisseur David Downes und die musikalische Essenskultur

Kingdom

von David Downes, Neuseeland 2012, 12min, Animation

Kingdom läuft im Internationalen Wettbewerb im Programm Animiert 1 - Verwandlungen.

David, stelle dich bitte vor.

Ich bin Filmemacher und Komponist aus Neuseeland. In den späten 80ern begann ich als Komponist für zeitgenössisches Theater und Tanz zu arbeiten, in meiner Freizeit habe ich experimentelle Kurzfilme produziert. Ich sah Film als eine natürliche Ergänzung meiner musikalischen Arbeit. Im Jahr 2000 erlernte ich dann 3D-Animation und begann 3D-animierte Filme zu machen. Momentan bin ich fest angestellter Komponist an der School of Music Neuseelands.

Musik scheint ein essentieller Teil deiner Animationsfilme zu sein. In welcher Beziehung siehst du Bild und Ton?

Musik ist mir sehr wichtig. Ich mag Filme, in denen die Musik eine essentielle Rolle spielt. Wenn ich Filme mache, möchte ich, dass Musik und Bild sich gegenseitig beeinflussen und so letztendlich einen einzigartigen kreativen Raum besetzen.

Kingdom untersucht die Verbindung von Erziehung und Essenskultur. Inwiefern hast du mit diesem Thema beschäftigt, als die Idee zum Film entstand? Wie ist deine Meinung dazu?

Kingdom entstand eigentlich als Auftrag: Ich sollte ein Musikstück für das neuseeländische Piano Trio „NZTrio“ komponieren. Psychologie fasziniert mich schon seit Langem und meine anfängliche Idee war es, ein „archetypisches Trio“, bestehend aus Mutter, Vater und Kind, zu porträtieren. Ich wollte herausfinden, inwiefern Essen die Familienbeziehungen beeinflussen kann. Mein Interesse an der „Sprache“ der Nahrungsaufnahme wurde von der kanadischen Autorin Margaret Visser geweckt. Sie beschreibt das Familienessen als Arena, in der viele unserer verborgenen Ängste und Sehnsüchte umgesetzt werden. Die Anerkennung des Todes als bereichender Teil des Lebens dient traditionell als Katalysator für tieferes spirituelles Erwachen. Der geläufige Ansatz scheint jedoch ein eher angespanntes, systematisches Verdrängungsmanagement zu sein, dem ein grundlegendes Gefühl von Absurdität und Chaos gegenübersteht. Ich wollte, dass Kingdom die Grenzen dieser bewussten und unbewussten Welten erforscht.


Falls euer Interesse an David Downes nun geweckt ist, solltet ihr das Programm Animiert 1 - Verwandlungen besuchen. Der Regisseur reist extra aus Neuseeland an, um unserem Publikum persönlich Rede und Antwort zu stehen.

interfilm-Geschäftsführer Alex Stein über Kurzfilmleidenschaft und ungarische Journalisten

In Behind the Screen wollen wir nicht nur Filme-, sondern auch Festivalmacher vorstellen. Den Anfang macht interfilm-Geschäftsführer, Star-Kurator, Kurzfilmfetischist und Hobby-Ungar Alex Stein.

Alex, stelle dich bitte kurz vor. Wie kamst du zum Festival und was ist deine Funktion?

Wie ich zum Festival kam ist so eine Geschichte für sich. Das war 1998, damals hatte ich mich mit einem selbst gemachten Presseausweis beim interfilm Festival als Lajos Kopazs von der ungarischen Jugendzeitschrift Fiatal Vilag (Junge Welt) akkreditiert. Leider flog ich sofort auf, da damals das Festival noch unter anderem im Haus Ungarn stattfand und mich ein Mitarbeiter auf Ungarisch ansprach. Zur Wiedergutmachung musste ich fortan für das Festival arbeiten.

Eine andere Version geht so: Ich hatte schon seit Mitte der 90er selbst Kurzfilme gemacht. Einige liefen auf Festivals, da las ich in der Zitty eine Anzeige „Helfer für Festival gesucht“. Ich habe mich gleich darauf gemeldet und tatsächlich schon zehn (!) Wochen später bekam ich einen Rückruf (Email war ja noch nicht so…). Ich sollte doch mal vorbeikommen - habe ich dann gemacht. In der Küche vom Festivalleiter saß dann auch das gesamte Team (4 Leute) und hieß mich willkommen und meinte wir müssten jetzt mal loslegen denn in drei Monaten sei ja immerhin das Festival. Ich habe dann gleich mal versucht eigene Ideen im Festival umzusetzen. So ist zum Beispiel eject - die lange Nacht des abwegigen Films entstanden.

Mittlerweile schimpfe ich mich Festivalproduzent, das heißt ich kümmere mich darum, dass die nötigen Gelder zusammenkommen, dass sie sinnvoll ausgegeben werden, dass die Arbeit gut organisiert ist. Und ich versuche mit der künstlerischen Leitung stetig an Programm und Profil des Festivals zu arbeiten.

Zum Glück ist es auch noch so, dass ich zumindest noch einige Programme kuratieren kann. In diesem Jahr war ich mitverantwortlich für die Programme im Fokus Island, die Spezialprogrammen Reality Bites, Ones Shot Wonder, Dezibel und natürlich auch eject.

Über das Jahr arbeite ich nicht nur am Festival sondern auch bei interfilm als Geschäftsführer und organisiere hier die anderen Felder die interfilm mittlerweile bedient, wie zum Beispiel das Going Underground Festival, andere Kurzfilmwettbewerbe über unsere Agentur oder auch im Verleih und Vertrieb von Kurzfilmen.

Kuhina aus dem eject-Programm

Wie verlief der Sichtungsprozess? Wie viele Filme hast du dir ungefähr angesehen und hast du überhaupt noch Lust auf Kurzfilme?

Ich finde es in den vergangenen Jahren eigentlich mit das Schwierigste den Sichtungsprozess zu organisieren, weil es einfach so viele Einreichungen (mehr als 6000 ) geworden sind und unser Festival mit seiner Bandbreite auch so viele Sektionen bedient, die untereinander abgestimmt sein wollen.

Die Hauptarbeit hat dabei aber die künstlerische Leitung. Ich versuche eher die Abläufe und vor allem die Kommunikation dazu zu organisieren. Aber natürlich sichte ich auch noch selbst Filme, in diesem Jahr waren es ca. 400.

Und ja klar habe ich noch Lust auf Kurzfilme, denn wenn ein Kurzfilm gut ist, ist das immer wieder aufs Neue spannend. Als ob man jemand Interessantes kennen lernt. So ein wenig ein Entdeckergefühl wird da in einem geweckt. Das kann ein echter Kick sein.

Tungu aus dem Programm Kopfkino

Eine, zugegeben, gemeine Frage: Welcher Film des 28. Internationalen Kurzfilmfestivals Berlin ist dein Lieblingsfilm und warum? Auf welche Programme freust du dich am meisten?

Na ja, ich gebe ja keine absolute Meinung, sondern meine persönliche und ich muss sagen, dass sich meine Ausrichtung über die Jahre da auch geändert hat. Es gibt wirklich eine Menge Interessantes zu entdecken. Die Filme die mir spontan einfallen sind Tungu aus dem Programm Kopfkino des deutschen Wettbewerbs, A Wolf in a Tree im Spezialprogramm Neue Kurzfilme aus China und der finnische Kuhina aus dem eject-Programm.

Das Oberhausener Manifest: Zwei Filmemacher, eine kritische Meinung

50 Jahre Oberhausener Missverständnis

von Markus Mischkowski und Kai Maria  Steinkühler, Deutschland 2012, 2 min

50 Jahre Oberhausener Missverständnis läuft bei eject XV - Die lange Nacht des abwegigen Films

Im Jahr 1962 forderten junge Filmschaffende im Rahmen der Westdeutschen Kurzfilmtage die Erneuerung des deutschen Films. Ist das Oberhausener Manifest noch so aktuell? Warum widmet Ihr ihm 50 Jahre später einen Kurzfilm?

Ja, natürlich ist das Oberhausener Manifest noch aktuell, denn das deutsche Kino muss dringend erneuert werden – wenn auch nicht als Oberhausener: Es muss weg von der eigenen Zensur im Kopf, von der Ticket- und Paketfilmdienstleistungsmentalität, von der Wir-müssen-einer-TV-Redaktion-und-zwei Fördergremien-und-einem-Verleih-und-einer-Zielgruppe-und-einem-Standort-gefallen-damit-wir-Markt-sind-Haltung. Denn es gibt keinen wirklichen Markt in Deutschland, es gibt an die 300 Millionen Euro deutsche Filmförderung und -subvention jährlich. Mut und Gelassenheit wären also kein Problem. Nur, dieses System wird nicht – wie damals – von „Papas“ hochgehalten, die mitunter noch Nazis waren und angreifbar und die es symbolisch zu töten galt. Heute sind alle Filmschaffenden aller Generationen in dem System gefangen und hängen am Tropf des Staates und der Sender und profitieren mehr oder weniger davon - oder leiden und schweigen. Wer soll da ein Manifest schreiben?

Ihr steht dem Oberhausener Manifest offensichtlich kritisch gegenüber. Was bemängelt ihr?

Das Oberhausener Manifest ist super. Da gibt es nichts zu bemängeln. Das Oberhausener Manifest ist so super, dass es heutzutage von Niemandem bemängelt werden darf – außer von Klaus Lemke. Das Oberhausener Manifest zu bemängeln ist definitiv hors discours, abwegig, eject
Festzuhalten gilt: Das Oberhausener Manifest ist kein ästhetisches Manifest! Es formuliert nur den Glauben an das Neue! Es sagt das Alte tot! Mehr nicht!
Das ist völlig okay, aber warum fallen dann in der Geschichtsschreibung des deutschen Films nach Oberhausen so viele Namen weg, die in den Jahren 62 ff. das deutsche Kino maßgeblich erneuert haben, die es luftiger, lustiger, mondäner, verwegener, sentimentaler, persönlicher, kultiger und internationaler gemacht haben? Warum fehlen beispielsweise im Wikipedia-Eintrag "Junger Deutscher Film" beziehungsweise "Neuer Deutscher Film" – und nicht nur dort – Namen wie Werner Enke, Klaus Lemke, Rudolf Thome, Roger Fritz, Thomas Schamoni, Hellmuth Costard, Eckhart Sschmidt, Marran Gosov, Matthias Weiss, Roland Klick, u. v. a.? Fehlen sie etwa, weil deren Filme unterhalten wollten? Weil sie kommerziell waren? Hier liegt unseres Erachtens der Fehler, das große Missverständnis, dass das Oberhausener Manifest – unbewusst? – heraufbeschworen hat: Autorenfilm hat humorfrei und gesellschaftskritisch zu sein; Unterhaltungsfilm ist abzulehnen bzw. den „Kommerziellen“ zu überlassen und soll seicht und doof sein. Welch ein Fehler! Welch ein Missverständnis! Was wir heute brauchen, sind Filme der „Kölner Gruppe“! Intelligent und unterhaltsam!
 
Zu bemängeln ist also das Missverständnis in der Filmgeschichtsschreibung, ist das, „was von den Chronisten gerne unterschlagen wurde“ (Norbert Grob, EPD Film, 02/12, S. 21) und auch heute nach 50 Jahren noch unterschlagen wird: „Das Oberhausener Manifest war eine Äußerung von Unzufriedenheit und Anspruch, geschaffen hat es den deutschen Film der sechziger Jahre nicht.“ (Rudolf Worschech, EPD Film, 02/2012, S. 28) In dem sehr lesens- und empfehlenswerten, von Ralph Eue und Lars Henrik Gass, dem Leiter der Oberhausener Kurzfilmtage, herausgegebenen Buch „Provokation der Wirklichkeit – Das Oberhausener Manifest und die Folgen“ gibt es ein feines kleines Gespräch zwischen Christoph Hochhäusler, Klaus Lemke, Dietrich Leder und Hans-Christoph Blumenberg, darin folgender lustiger Schlagabtausch:

HOCHHÄUSLER: Für mich stellt sich die Frage, inwieweit das, was in Oberhausen gemacht oder in die Wege geleitet wurde, wichtig oder auch progressiv und im Nachhinein gesehen, notwendig war, um den deutschen Film aus einer falschen Tradition zu befreien?
LEMKE: Christoph, warum verteidigst du diese Leute eigentlich?
HOCHHÄUSLER: Keine Ahnung. Die Filme würde ich sehr differenziert sehen.
LEMKE: Du kriegst ne Woche lang keinen mehr hoch, wenn du dir das anguckst.
HOCHHÄUSLER: Die Texte von Kluge sind großartig.
LEMKE: Du immer mit deinem Kluge! Da hat uns Adorno ein Ei gelegt mit Kluge. (…) Aber die Sache wird sich noch ändern. Aktuell gehen noch zehn Millionen im Jahr ins Kino. Nächstes Jahr sind es vielleicht noch fünf Millionen. Irgendwann sind es drei Millionen. Hundertprozentig. Dann sind wir am Ende. Dann gibt es den deutschen Film nicht mehr. Dann bricht das Ding zusammen.
HOCHHÄUSLER: Dann brauchen wir vielleicht einen neuen Kluge.
LEMKE: Aber Kluge in den Grenzen von 1939.

 

Die Filmemacher/Interviewpartner:

Bio-Filmographie Markus Mischkowski (Drehbuch/ Produktion/ Regie):
Geboren 1966 in Köln. Studium der Sprachwissenschaft in Berlin. Seit 1990 Autor, Regisseur und Produzent (Westendfilme) zahlreicher Kurzfilme, zusammen mit Kai Maria Steinkühler. 2000/2001 Studium an der Internationalen Filmschule Köln (FB Drehbuch). Drehbuch/ Regie bei der Kölner Kinokomödie „Westend“ (2001).
2005 Drehbuchpreis „KölnFilm“ der Imhoff-Stiftung/ FilmInitiativ für das Drehbuch „Southern Comfort“. Mitglied des Filmclub 813 und der „Kölner Gruppe“.

Bio-Filmographie Kai Maria Steinkühler (Drehbuch/ Co-Regie):
Geboren 1967 in Köln. Studium der Ägyptologie und Afrikanistik in Köln. Freie Theaterarbeit. Buch und Regie zahlreicher Kurzfilme, zusammen mit Markus Mischkowski. Co-Regie bei der Kölner Kino-Komödie „Westend“ (2001).
2005 Drehbuchpreis „KölnFilm“ der Imhoff-Stiftung/ FilmInitiativ für das Drehbuch „Southern Comfort“. Mitglied des Filmclub 813 und der „Kölner Gruppe“.

Priyanka Rungta über ihr Viral Video und die Faszination Kalkutta

Let Calcutta Surprise You

von Priyanka Rungta und Kritika Malhotra, Indien 2011, 3:00 min, Viral

Let Calcutta Surprise You läuft im Wetttbewerb Viral Video Award.


Priyanka, stelle dich bitte vor.

Ich heiße Priyanka Rungta und ich bin Gründerin/Direktorin der Softwarefirma Navigators Software (www.navsoft.in) mit Sitz in Kolkata, Indien. Mein Unternehmen entwickelt Web Applikationen und Konzepte für Internet-Geschäfte. Ich bin geboren und aufgewachsen in Kalkutta (heute umbenannt in Kolkata), Westbengalen, einem der kreativen Zentren unseres Landes, Indien. Ich bin eigentlich nicht im Filmbusiness, das ist ein Hobby.  Filmkunst ist meine Leidenschaft  und ich bin froh, dass ich die Möglichkeit habe, mich dieser ab und an zu widmen.
Die kreative Leiterin des Projekts ist Kritika Malhotra. Sie ist Gründerin des 100 Watts Design Studio (11watssdesign.com) aus Kolkata. Sie hat Design am prestigeträchtigen National Institute of Design in Ahmedabad studiert und widmet sich dem Design ebenso leidenschaftlich wie experimenteller Kunst.  

Der ganze Clip Let Calcutta Surprise You arbeitet ausschließlich mit den Schatten von Händen. Kannst du uns mehr über die Künstler erzählen mit denen du gearbeitet hast? Existierte die Gruppe bereits oder hast du die Künstler für den Film gecastet?

Ja, der ganze Film wurde mit Handschatten gespielt. Die genialen Künstler, die diese dramatischen Schatten erschaffen haben, sind das bekannte Duo Amar und Sabhyasachi  Sen.  Interessant: Sabhyasachi ist ein anderer Name für Arjun, dem Helden des Epos Mahabharat - er konnte einen Bogen mit beiden Händen benutzen. Die beiden sind auch aus Kolkata und gehören zu den besten Schattenspielern der Welt.

War es  technisch schwierig diese Kunst im Medium Film umzusetzen?

Nein, technisch war es nicht schwierig. Wir haben die weiße Leinwand verwendet, hinter der sie normalerweise spielen und haben das direkt abgefilmt.  Amar Sens talentierter Sohn Arko war für die Kameraführung verantwortlich.  Natürlich müssen die Bewegungen selbst, die Schatten, sehr sorgfältig vorbereitet werden, damit sie einen hohen Detailgrad erreichen.  Vielleicht erinnerst du dich an die Szene im Maidan (dem Park): ein Hund der Gassi geht und mit dem Schwanz wedelt. Dieses Detail zu erzeugen ist selbstverständlich nicht einfach – aber das ist eben die Klasse des Films.

Was war dein inhaltlicher Ansatz? Welche Seite von Kalkutta wolltest du zeigen?

Den Inhalt hat unser Team - inklusive der talentierten kreativen Leiterin Kritika Malhotra - gemeinsam ausgearbeitet. Wir haben darüber nachgedacht, was Kalkutta für seine Einwohner und für die Besucher bedeutet. Wir wussten, dass wir nur 2-3 Minuten haben, um den Zuschauer mit der Seele der Stadt zu verbinden – also entschieden wir uns für 5-7 Ideen, die diese Verbindung schaffen konnten. Dafür mussten wir die Auswahl zuerst von 12-15 verringen und dann feinabstimmen.
Wir haben Herz und Seele von Kalkutta gezeigt, der Stadt, die der Schmelztiegel  Indiens Gedanken und Ideen ist. Es gibt ein Sprichwort: „Was die Bengalen heute denken, denken die Inder morgen“. Deswegen haben wir auch einen besonderen Schwerpunkt auf seine Menschen gelegt (Nobelpreisträgerin Mutter Teresa, Rabindranath Tagore, der Sportler Sourav Ganguly).  Wir wollten den roten Faden zeigen, der die Stadt verbindet. Die Skyline, die Menschen, die Festivals und natürlich das Essen, das alle lieben, die die Stadt besucht haben.

Hier könnt ihr alle Filme des Viral Video Awards begutachten und mit eurer Bewertung den Gewinner mitbestimmen.

Maarten Koopman über seine Rache an der Warteschleife

One Moment Please

von Maarten Koopman, Niederlande 2011, 6 min, Short Fiction, Animation

One Moment Please läuft Bei Zu Gast im Programm Neue Niederländische Animationen.

Maarten, stelle dich bitte kurz vor.

Ich bin Maarten Koopman. Animationskünstler, Komponist, Maler. Ich wurde in Amsterdam, Holland geboren und lebe dort. Ich mache Filme, weil niemand anderes sie so dreht, wie ich sie haben will. Ich lehre Animation an der St. Joost Akademie in Breda, Holland.

One Moment Please handelt von einem Mann, der gezwungen ist, seine Zeit in einer Warteschleife zu verschwenden. Wie kamst du auf die Idee aus diesem gewöhnlichen Ärgernis etwas kreatives zu schaffen? Was waren die Ziele deines Films; Rache, Kritik oder einfach nur Spaß?

Ich kam auf die Idee,  als ich am Telefon hing und auf die Verbindung wartete. Da kritzelte ich auf eine Zeitung.  Die Absichten des Films sind Rache und Kritik und Spaß. Ich kann mir vorstellen, dass viele Menschen die Situation wiedererkennen und sich in die Reaktion des armen Mannes hineinversetzten können (auch wenn ich hoffe, dass sich nicht allzu viele Menschen am Ende erschießen...).

Dein Film zeigt im Prinzip nur eine Zeitung, die bekritzelt wird. Warum hast diese Herangehensweise gewählt?

Ich habe die Zeitung gewählt, weil ich glaube, dass Menschen eher eine Zeitung oder ein Magazin vor sich haben als ein leeres Blatt Papier, wenn sie ein Unternehmen anrufen.  Außerdem bekam ich dadurch die Möglichkeiten meinen Spaß mit dem Text und Bildern zu treiben.

Animationsveteranin Michaela Pavlatova über ihren Film Tram und erotische Fantasien

Tram

von Michaela Pavlatova, Tschechische Republik/Frankreich 2012, 7 min, Short Fiction, Animation.

Tram läuft im Internationalen Wettbewerb im Programm Liebe, Sex und Konfusion sowie im Live-Event Sound & Vision III.

 

Michaela, stelle dich bitte kurz vor.

Ich bin Michaela Pavlatova, Animation Director aus der Tschechischen Republik. Ich drehe seit 25 Jahren Animations-Kurzfilme (und auch einige Live Action Filme) und liebe es noch immer. Ich liebe die Freiheit, ein neues Universum zu schaffen, ich liebe es mit Bewegung, Timing und Musik zu spielen. Außerdem provoziere ich gerne ein wenig.

Eine liebestolle Straßenbahnfahrerin. Wie bist du auf diese Idee gekommen? Während du Tram gefahren bist?

 
Tram ist ein Teil des französischen Projekts Sexperiences über erotische Fantasien von Frauen. Die Idee kam durch die Musik und den Rhythmus. Als Kind war es mein Traum, Straßenbahnfahrerin zu werden – allerdings war das damals ein unschuldiger Traum (Mein anderer Traum war es, in einer Metzgerei zu arbeiten (und Fleisch zu verkaufen), weil ich gerne frisches Fleisch berühre). Für mich ist Tram lustiger und provokativer als ein normaler erotischer Film. Aber viele Menschen finden den Film eher verstörend als lustig. Zum Glück finden ihn immerhin manche Menschen lustig (und provokativ und erotisch).

Du hast mit einem einzigartigen Animationsstil gearbeitet, sehr verspielt und hauptsächlich schwarz-weiß. Warum?

Aus den grauen Farben der Alltagsroutine lösen sich die pinken Farben der erotischen Fantasien. Ich wollte das Design des Films einfach und primitiv halten, genau wie es die Geschichte ist.

Was ist die Botschaft des Films?

Freude.



Die "Funfactory" mit Florian Lukas - eine Medienparodie bei "Berlin Beats"

Reni von rainkencana.com über FUNFACTORY

von Chino Rubio, Deutschland 2012, 2 min.

Funfactory läuft im Program Berlin Beats

Stellt euch bitte kurz vor.
Kolja Brandt ist Kameramann. Seit 1998 arbeitet er für Kino, Werbung und Musikvideos und hat 2009 mit dem Film „Nordwand“ den deutschen Filmpreis für die beste Kamera erhalten. Rain Kencana ist Editorin und arbeitet ebenfalls im Bereich Werbung und Musikvideos. Gemeinsam sind sie Chino Rubio. Sie lieben es unkompliziert und künstlerisch frei zu arbeiten. Sie interessieren sich für Geschichten, die berühren und einen hohen künstlerischen Anspruch haben. Während Rain Kencanas Schwerpunkt im Tanzbereich liegt, fesseln Kolja Brandt menschliche Schicksale und Sozialdramen.

Euer Film wirft einen kritischen Blick auf die Filmindustrie. Auf was spielt ihr genau an? Welche Aussage wollt ihr treffen?

Funfactory ist vorrangig als Parodie zu verstehen. Es geht hierbei vor allem um gängige Rollenklischees, die allgemein akzeptiert, von der Medienlandschaft zum x-ten Mal filmisch als solche wiedergekäut werden und vom Publikum als real angenommen werden. Bei Funfactory werden die Rollen mal in sich verkehrt und der profitorientierten Filmindustrie eine kleine Nackenschelle verpasst.

Ihr habt mit Florias Lukas einen prominenten Darsteller für Funfactory gewonnen. Wie kam die Zusammenarbeit mit ihm zu Stande?

Kolja Brandt hat Florian Lukas am Set von Nordwand kennengelernt. Seitdem sind sie gute Freunde und leidenschaftliche Kletterer. Florian hatte Lust auf die Geschichte und war bereit für ein Experiment. Lustigerweise hat er bereits bei den Vorbereitungen angemerkt, dass er für jeden Spaß zu haben sei, nur wolle er ungern den tanzenden Roboter machen. Seit dieser Äußerung gingen uns die Cyborgs nicht mehr aus dem Kopf.

- Weitere Cyborgs gibt es bei Berlin Beats !



Oleg Serdyuk aus der Ukraine über sein Clip OIL und das Umweltverständnis seiner Landsleute

OIL

von Oleg Serdyuk, Ukraine 2012, 2 min, Short Fiction, Music Video Clip, Animation

OIL läuft im Wettbewerb Green Screen im Programm Fluchtweg Zukunft.

 

Oleg, stelle dich bitte kurz vor.

Ich lebe und arbeite in Charkiw, Ukraine, bin Programmierer und Musiker. Erst vor kurzem habe ich begonnen, Videos zu drehen, weil ich es für eine gute Idee hielt, die Videoclips für meine Musikprojekte selbst zu produzieren. Ich habe ein Kreativ-Team mit einem Freund, Olexander Kratinov, gegründet, der sich auf Grafik und Bildeffekte spezialisiert hat.
 

Dein Film kritisiert den Umgang der Menschen mit der Natur. Was ist deine Botschaft?

Erst einmal ist es wichtig zu erwähnen, dass wir in einem Land leben, in dem die Themen Ökologie und Umweltschutz alles andere als populär sind. Die ukrainische Gesellschaft ist zynisch und hat kein Vertrauen in soziale und ökologische Initiativen. Wenn jemand das Thema Ökologie anspricht, dann ist es normal anzunehmen, sein oder ihr einziges Ziel ist es, Profit zu machen. Diese Ansicht wird absichtlich in der Gesellschaft verbreitet, weil sie für die Autoritäten bequem ist. So haben sie die Möglichkeit, ökologische Probleme zu vernachlässigen, ohne dadurch in einen Konflikt mit der öffentlichen Meinung zu geraten.

Außerdem steht die Ukraine unter starken Einfluss eines anderen Landes, eines mächtigen Staates, der auf Öl-Ressourcen gebaut wurde. In diesem Staat sind die Gleichgültigkeit der Gesellschaft gegenüber ökologischen Problemen, die Unverantwortlichkeit gegenüber der Natur und der Unwillen diese Situation zu ändern die Norm. Das stört uns sehr. Unser Film soll eine Warnung sein. Wir müssen etwas ändern, denn sonst werden wir uns in einer sehr tragischen Situation wiederfinden.

OIL ist sehr stylisch und abstrakt. Warum hast du diese Herangehensweise an dein Thema gewählt?

Den Vorschlag diese Art der visuellen Präsentation unseres Anliegens zu wählen, machten unsere Freunde vom Grafprom Studio (grafprom.com.ua), die uns beim Filmprojekt beraten haben. Eigentlich wollten wir ein Mädchen filmen, auf dessen Kleid sich Miniaturstädte befinden. Allerdings war diese Idee technisch sehr schwer durchzuführen, weswegen wir uns für den im Video präsentierten Ansatz entschieden haben.

Meiner Meinung nach hilft die abstrakte und scharfe Form unseres finalen Ansatzes unsere Botschaft auf dramatischere Weise zu übermitteln.

Im November bist du unser Gast in Berlin. Was erwartest du vom Internationalen Kurzfilmfestival?

Wir freuen uns sehr, dass unser Film ins Festivalprogramm aufgenommen wurde, obwohl wir wirklich sehr überrascht waren. Natürlich erwarten wir eine Menge wundervoller Filme und freuen uns darauf, interessante Menschen kennen zu lernen. Außerdem wir es sicherlich extrem aufregend, den eigenen Film auf der großen Leinwand zu sehen.