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Vom 2. bis 7. November 2004 präsentierte interfilm Berlin zum 20. Mal das Internationale Kurzfilmfestival, und es war in jeder Hinsicht ein großer Erfolg!

Zum Jubiläumsfestival durfte interfilm so viele internationale Gäste wie noch nie begrüßen. Aus Australien, Kolumbien, Argentinien, Mexiko, Süd-Korea, Indien und vielen anderen Ländern kamen Filmemacher und Vertreter der Filmbranche angereist.

Insgesamt bewarben sich 3.800 Filmemacher aus 91 Ländern um die Teilnahme am Festival. Schließlich haben 13.000 Zuschauer (Festivalrekord) an den sechs Festivaltagen an sieben Spielorten mehr als 450 Kurzfilme aus 45 Ländern (Festivalrekord) in 50 unterschiedlichen Programmen (Festivalrekord) gesehen.

Das internationale Wettbewerbsprogramm war mit Kurzspielfilmen, Animationen, Experimental- und Dokumentarfilmen vielschichtig ausgerichtet und bestand aus 104 Filmen in zehn Programmen, die nach Themen strukturiert waren. Eine internationale Jury vergab hierbei themenübergreifend die "Short Awards" in den Kategorien "Bester Film", "Beste Kamera" und "Beste Animation". Gesonderte Juries ermitteln den "Besten Dokumentarfilm" und den "Besten Film gegen Gewalt und Intoleranz".

Zum ersten Mal gewannen zwei Filme aus dem neu geschaffenen Experimentalfilmbereich zwei der begehrtesten Preise: Bill Morrisons "Light Is Calling" (USA, 2004) wurde als Bester Kurzfilm im internationalen Wettbewerb gekürt und erzählt in Bildern, die sich als dahin schmelzende historische Fotografien dem Reiz der alten Zeit hingeben. Auch der als beste Animation ausgezeichnete "Obras" (Hendrick Dussolier, Frankreich, 2004) beschwört die Vergangenheit als Teil des Gegenwärtigen. Nach vierjähriger Recherche haben die Filmemacher in einer einzigartigen Mischung aus Foto, Video und Computeranimation eines der bekanntesten Stadtviertel Barcelonas porträtiert.

Der Preis für den besten deutschen Kurzfilm ging an "Zur Zeit verstorben" (Thomas Wendrich, Deutschland 2004). Dass dieser Film zustande kam, daran hat interfilm auch einen Anteil. Bereits das Drehbuch ließ eine "interessante Konstellation der Charaktere und deren präzise Zeichnung erwarten", so interfilm-Marketingchefin Heide Schürmeier. Mit dieser positiven Verleihoption im Jahr 2003 konnte der Film finanziert und produziert werden. Dass der Vertrauensvorschuss gerechtfertigt war, zeigte sich auch in der Nominierung zum Deutschen Kurzfilmpreis, den die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Christina Weiss im Rahmen von interfilm alljährlich vergibt. Jetzt ist der Film bei der interfilm Management GmbH im Verleih.

Weiterhin wurde von einer Kinderjury der beste Film für Kids gekürt, und bereits zum siebten Mal konnte das Publikum bei Eject, der "Langen Nacht des abwegigen Films" seinen skurrilsten Favoriten bestimmen. Auch innerhalb der Immaginale VII, das sich als eigener Wettbewerb des italienischen Films darstellt, entschied die Meinung des Publikums. Bereits seit 3 Jahren gehört die Immaginale zum festen Bestandteil des Kurzfilmfestivals.

Der etwas paradox anmutenden Frage, was das Handy als Kino wert sei, waren interfilm Berlin und Siemens erstmalig nachgegangen und hatten den weltweit ersten internationalen Wettbewerb für mit dem Handy gedrehte Filme gestartet. Die Ausschreibung richtete sich an Filmschulen und ausgewählte Regisseure aus aller Welt. Mit überraschendem Erfolg: 146 Kürzestfilme (maximal 90 Sekunden waren erlaubt) stellten sich dem Ausscheid, wovon die 20 besten aus 11 Ländern und 5 Kontinenten für das Kurzfilmfestival nominiert worden waren. Wiederkehrendes Thema waren das Mobiltelefon selbst und seine Auswirkungen. Da ein möglichst großes Publikum den besten MicroMovie bestimmen sollte, standen die nominierten Mikrofilme schon im Vorfeld im Internet (www.micromovieaward.com) zur Wahl. Während des Festivals konnten sie dann auch in einem eigens eingerichteten MicroCinema im Filmkunsthaus Babylon, im Filmtheater Hackesche Höfe und erstmals in Leinwandqualität am Samstag, den 6. November im Club "Taucher" begutachtet werden. Die interfilmer hatten anläßlich ihres 20. Jubiläums zu einer großen Party in den Club der Berliner Backfabrik eingeladen, wo die anwesenden Filmemacher die nominierten MicroMovies präsentierten. Abschließend wurde der mit 3000 Euro dotierte "Siemens mobile MicroMovie AWARD" am Sonntag, dem 7. November, auf der großen Festival-Preisverleihung im Filmkunsthaus Babylon dem kolumbianischen Filmemacher Felipe Cardona für seinen Film "Checklist" überreicht. Über 10.000 Zuschauer hatten ihre Wahl getroffen.

Zu den weiteren Festivalhighlights zählten wie immer die umfangreichen Länderprogramme. Um die internationale Vielfalt des Kurzfilms dezidierter aufzeigen zu können, stellte interfilm neben Italien auch Produktionen aus den Ländern Spanien, Portugal, Argentinien und Australien vor.

Wie in den Jahren zuvor waren auch andere deutsche und internationale Filmfestivals mit ausgewählten Werken zu Gast, so das Cottbusser Festival des osteuropäischen Films, das Poetry Kurzfilmfestival - Zebra, die transmediale, das Festival Némo aus Paris und auch das St. Kilda Festival aus Melbourne, Australien.

Dank der zahlreichen internationalen Kontakte boten sich auch in diesem Jahr wieder so viele Sonderthemen an, dass interfilm stattliche 18 Spezialprogramme anbieten konnte, wovon nur 4 stellvertretend erwähnt seien: "Music Videos - Ninja Tunes & The Directors Bureau", unter anderem mit Clips von Roman und Sofia Coppola, "Oscars in Animated Shorts", mit Oscar-Preisträgern des Animationsfilms, "Upside Down", eine Retrospektive des renommierten Experimentalfilmemachers Tony Hill und "AsiAnima", mit einem Blick auf die auch im Animationsbereich aufstrebende Region Ostasiens.

Anläßlich des 20. Jubiläums von interfilm gebührt den zwei Super 8-Programmen aus den 80ern noch eine besondere Erwähnung, waren sie doch den Anfängen des Festivals selbst gewidmet.

Das Festival, vor über zwei Jahrzehnten in der schrillen Kulturszene der damaligen Politinsel Westberlin geboren, ist zu einem der wichtigsten Festivals seiner Art weltweit geworden. Gleichzeitig ist es die Hauptattraktion für die Stadt Berlin und die Region Berlin-Brandenburg im Kurzfilmbereich. Festivalleiter Heinz Hermanns ist von Anfang an dabei gewesen. "Das Festival ist mit der Zeit gegangen, es hat Super8-Experimentalfilme auf die Leinwand gebracht, filmische Mischformen vorgestellt und sich immer wieder neuen Entwicklungen geöffnet."

interfilm ist Mitinitiator des jährlich stattfindenden U-Bahn-Kurzfilmfestivals "Going Underground" und des "ZEBRA Poetry Film Award". Mit der monatlichen Kurzfilmreihe "Shorts Attack!" hat interfilm einen festen Platz im Berliner Kulturkalender. Auf dem weltweit stattfindenden "Festival on tour" werden Highlights der interfilm Festivals und andere ausgewählte Beiträge präsentiert. Mit jährlich 5.000 eingereichten Kurzfilmen agiert interfilm Berlin als Veranstalter, Verleih, Content Agentur und Netzwerk im Bereich Kurzfilm.


Heinz Hermanns,
Festivalleiter
und die interfilmer

festival fotos